Mit den Ferrari Racing Days auf dem Hockenheimring gingen die letzten Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen von Ferrari
in Deutschland zu Ende. Die letzten Rennläufe der Ferrari 430 Challenge und der Historic Challenge vor den World Finals in
Mugello (24-28 Oktober) waren noch einmal spannend und spektakulär.
Am Freitag wurde das Fahrerlager auf den Ansturm der Ferrari Strassenfahrzeuge vorbereitet. Der Ferrari Model Club
besprach die Anordnung der Fahrzeuge auf dem Parkplatz, um ein nach Modellen und Farben geordnetes Bild zu erzeugen.
Unter einem Dach mit dem Ferrari Club Deutschland präsentierte sich der sympatische Model Club direkt im Fahrerlager.
Neben den vom FCD ausgestellten 1:1 Modellen vor großflächigen Portraits historischer Rennfahrzeuge zeigte der FMC
verschiedene Modellzusammenstellungen, die dem Besucher die Rennserien und Formel 1 Präsentationen der diesjährigen Ferrari Racing Days näher bringen sollte.
In einer Vitrine befanden sich bespielsweise die für das Wochenende gemeldeten Formel 1 Fahrzeuge, in einer anderen sämtliche
Ferrari Challenge Fahrzeuge, angefangen vom Ferrari 348 Challenge, 355 Challenge, über den 360 Challenge bis zum aktuellen 430 Challenge. So konnte
der Besucher in übersichtlicher Form die Fortschritte der Fahrzeuge erkennen und sich bei Fragen an die kompetenten Clubmitglieder wenden.
Im Fahrerlager sprach sich unter den Mechanikern schnell das detailgetreue Modell einer Ferrari Werkstatt herum.
Sichtlich begeistert betrachteten sie die auf Hebebühnen arrangierten Ferrari Modelle, die Werkzeuge und das Zubehör.
Als Highlight und Publikumsmagnet stellte sich ein 1:5 Modell des Ferrari 430 Challenge heraus.
Das hervorragende Wetter vom Vortag setzte sich auch am Samstag fort, bei sommerlichen Temperaturen füllte sich schnell die Parkfläche
im Fahrerlager. Und damit auch so langsam die Tribünen, denn nach dem spannenden Qualifying der 430 Challenge präsentierten sich die
F1 Clienti, Formel 1 Fahrzeuge in privater Hand. Jo Vonlanthen aus der Schweiz begeisterte das Publikum mit seinem Klassiker,
einem Ferrari 500 F2 aus dem Jahre 1953, damals gefahren von Alberto Ascari. Neben 2 Monoposti aus den 80er Jahren folgten viele Ex-Schumacher
und Barichello Fahrzeuge. Insgesamt 17 Formel 1 Boliden liessen den Hockenheimring erzittern.
Im direkten Anschluß an die F1-Präsentation konnte man sich auf Ferrari und Maserati Rennsport-Klassiker freuen.
Die Rennserie A und B gingen zusammen an den Start, darunter Ferrari Fahrzeuge von 1954 bis 1959.
Im Motodrom ließ sich besonders gut erkennen, wie die Fahrer mit den alten Rennwagen zu kämpfen hatten.
Mit viel Handarbeit wurden die Ferrari 250 TR, 500 TR und MDTR, 250 Tour de France, 250 GT Europa, 250 GT Ellena, 625 TR
und Maserati über eine Renndistanz von 11 Runden über den Hockenheimring bewegt.
In der Klasse C der Historic Challenge wurde ein Rennwagen mit besonders vielen Blicken bedacht: ein 312P mit einer Spider Karosserie.
Ferrari-Sammler Arnold Meier aus der Schweiz besitzt den flachen Boxer erst seit kurzem und so wurde der 312P erstmalig wieder einem
Publikum vorgestellt. Der Wagen mit der Seriennummer 0872 ist im Urzustand mit einer Berlinetta Karosserie ausgestattet und wurde in den
70er Jahren in den USA eingesetzt. Um einen Rennfahrer in der ultraflachen Karosserie unterbringen zu können, wurde damals eine große
Ausbuchtung für den Helm in das Dach eingebracht.
Bei den Ferrari Racing Days griff man jedoch auf eine ebenfalls vorhandene Spider-Karosserie zurück, die dem Fahrer weitaus mehr Platz bietet.
Fahrer David Franklin fuhr den 312P gleich im ersten Rennen auf den vierten Platz.
Das Rennen der 430 Challenge Trofeo Pirelli konnte Phillip Baron für sich entscheiden, dicht gefolgt von dem Franzosen Ange Barde und
Björn Grossmann vom Autohaus Gohm.
Der Shell Cup der Gentlemen Driver wurde von einem spektakulären Unfall im Streckenabschnitt Spitzkehre unterbrochen,
den alle Beteiligten glücklicherweise unverletzt überstanden. Sieger wurde Angel Santos vor Wido Roessler und Ronnie Kessel.
Am Abend wurde dann im Rahmen eines Galadinners den Gästen der neue Ferrari 430 Scuderia vorgestellt.
Der Nachfolger des 360 Challenge Stradale ist der ultimative Rennwagen für die Straße, das überarbeitete Getriebe
mit Schaltzeiten von nur 60 Millisekunden und 2,45kg Gewicht pro PS sind eine Kampfansage an Porsche, Lamborghini und Co!
Während des Dinners erfreuten sich die Mitglieder des FMC an den immer noch angenehmen Temperaturen. Der Vorstand hatte ein
spektakuläres, mobiles Grillgerät in Form eines Dreiradautos mit aufklappbarem Heck-Aufbau organisiert. In lockerer
Atmosphäre ließ man den abend bei Benzingesprächen ausklingen.
Der Sonntag brachte abermals wundervolles Wetter, bei gefühlten 30°C glänzte der gut gefüllte Ferrari Parkplatz in der Sonne.
Und auch die Ferrari 430 Challenge heizte nochmals kräftig ein.
Im Rennen 2 der Trofeo Pirelli gewann abermals Phillip Baron vor Thomas Kemenater und Ange Barde.
Platz 1 des Shell Cup ging an Plamen Kralev aus Bulgarien, zweiter wurde Ronnie Kessel vor Jaimie Constable aus England.
In der Historic Challenge A gewann Willi Balz auf seinem Maserati 6CM, in der Gruppe B und C gewann Irvine Laidlaw auf
seinem Maserati 250S, bzw. Ferrari 312PB.
Nach der Pause präsentierte sich der Ferrari Club Deutschland und auch international angereiste Ferrari auf der Strecke.
Bei Gleichmäßigkeitsfahrten konnten die Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen, dabei galt es natürlich, seinen Tempomat deaktiviert zu lassen.
Anschliessend liessen sonore Motorengeräusche den Kenner aufhorchen, denn das Programm kündigte "Ferrari Limited" an.
Verschiedene, in der Produktion limitierte Ferrari waren hier für einen Schaulauf der besonderen Art zugelassen.
Bei der Aufstellung auf der Start-Ziel Geraden fanden sich ganz vorne der Ferrari FXX von Bernhard Dransmann, gefolgt von
mehreren Ferrari Enzo Ferrari. Dort ist ein Trend zur matt-schwarzen Folienbeschichtung zu erkennen. Hinter den Enzos folgte eine
ganze Reihe Ferrari F40, dann 3 Ferrari 288 GTO. Dahinter fanden sich noch 2 schöne Ferrari 550 Barchetta, ein roter und ein silberner Superamerica.
In der Nachmittagssonne war es geradezu eine Augenweide, den seltenen Ferrari zuzusehen.
Auch nach der Ära Michael Schumacher bleiben die Ferrari Racing Days weiterhin eine hochinteressante Veranstaltung für alle
Ferrari-Begeisterten. Denn spannender moderner Rennsport im Kontrast zu den historischen Rennserien, gepaart mit Präsentationen
von Formel 1 Fahrzeugen und Ferrari Strassenfahrzeugen bieten nach wie vor viel Abwechslung und Gesprächsstoff unter Ferrari-Enthusiasten.
zurück
|