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Im malerischen Hann-Münden bei Kassel befindet sich "La Cavalleria", eine ehemalige Reitschule einer Kaserne aus dem Jahre 1902, die nun die einzigartige Sammlung über- wiegend klassischer Ferrari von Mario Bernardi beherbergt.
In der liebevoll restaurierten Halle
glänzen nun über 20 Fahrzeuge auf poliertem Eichenparkett. Doch die Sammlung ruht
keineswegs. Einige der guten Stücke stehen zum Verkauf und Bernardi entdeckt stets neue
interessante Objekte. Manche sind historisch so bedeutsam, das sie sehr lange, vielleicht
sogar auf immer ein fester Bestandteil der Sammlung bleiben. Die Fahrzeuge werden
ausnahmslos gut behandelt, denn Mario Bernardi restauriert sie zusammen mit zwei
Angestellten in der hauseigenen Werkstatt. Das Augenmerk liegt hierbei ganz auf Qualität und
Orginalität, dabei kann man sich ganz auf das fundierte Fachwissen von Bernardi verlassen.
Das Ergebnis lässt sich sehen, wenn man den Blick durch die Cavalleria gleiten lässt.
Auch die vielen Berichte in verschiedenen Magazinen können dies nur bestätigen.
Mario Bernardi lässt sich Zeit, Zeit die einzigartigen Fahrzeuge zu geniessen.
Denn seine andere große Leidenschaft ist das Fotografieren. So sucht er sich zu jedem Wagen
einen passenden Hintergrund und ist erst zufrieden, wenn die perfekte Einstellung gefunden
ist. Damit dokumentiert er alle Fahrzeuge, die durch seinen Besitz gelaufen sind auf seiner
Internetseite: mariobernardi.de
Schon auf dieser Seite kann man erkennen, mit welcher Leidenschaft Barnardi sich der Marke Ferrari verschrieben hat.
Mit dieser Leidenschaft und Willenskraft hat er sich seinen Besitz erarbeitet.
So fing es an, als er in jungen Jahren vor dem damals neuen Ferrari
512 BBi stand und sofort seinen Formen verfiel. Damals träumte er davon, einmal einen solchen Wagen zu besitzen.
Heute lebt er nicht nur diesen Traum. Neben den zur Zeit zwei 512 BBi besitzt Bernardi herausragende klassische
Ferrari wie den roten 212 Europa Pininfarina Berlinetta, der einst Ingrid Bergmann gehörte. Weiter finden wir eine
wunderschöne, von Touring eingekleidete 212 Export Barchetta, einen 225 Export von Vignale und einen besonders interessanten
212 Export Vignale Berlinetta von 1951 in French Blue mit einer atemberaubenden Renngeschichte. Der Wagen mit der Chassisnummer 0096E wurde am 7. Mai 1951,
bereits eine Woche nach der Auslieferung von Besitzer Jacques Peron bei der Internationalen Rallye von Marokko eingesetzt und gewann auf Anhieb
die 7 Tage dauernde Fahrt. Der zunächst als Strassenversion ausgelieferte 212 Export wurde nach und nach für den Rennbetrieb umgerüstet. Und bereits
am 23. Juni 1951 fuhr Peron den kleinen Ferrari beim 24h Rennen von Le Mans auf einen respektablen 9. Platz. Als eines der vielen weiteren Rennen sei noch der
Einsatz bei der ersten Tour de France nach dem Krieg erwähnt. Das 2 Wochen andauernde Rennen über mehr als 5000km konnte Peron auf einem hervorragendem 2. Platz beenden.
Alle Auslieferungspapiere, Briefe von Enzo Ferrari und Rennpapiere sind bei diesem Fahrzeug noch vorhanden und machen es zu einem der spannendsten Fahrzeuge in der
Sammlung von Mario Bernardi.
Sehr interessant ist auch der erste von Ferrari aufgebaute 365 GTB/4 Daytona Competition Prototyp mit Aluchassis, den Luigi Chinetti 1969
für das Rennen in Le Mans bestellt hatte. Auch in Sebring und Daytona wurde der Wagen eingesetzt. Als weiteres herausragendes Fahrzeug sei der Ferrari 375 MM von Pininfarina
mit der Chassisnummer 0376AM erwähnt, natürlich auch in erstklassigem Zustand. Der Wagen wurde 1954 viel bei Rennen in USA eingesetzt. Nachdem er in den Besitz von Luigi Chinetti überging,
wurde der 375 MM unter anderem auf der Carrera Panamericana eingesetzt, später auch in Sebring und Daytona.
In aller Ruhe erklärte uns Mario Bernardi die Geschichten, Renneinsätze
und Besonderheiten zu jedem seiner Ferrari. Nach einigen Stunden bei hochinteressanten Fahrzeugen in einer Halle mit
einzigartiger Atmosphäre wurden wir wieder in den Alltag entlassen. Besonders herzlichen Dank an Mario Bernardi für
diesen wundervollen Tag!
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